Kinder, die ihre Eltern schätzen und sich bei ihnen wohl fühlen, sind wesentlich weniger anfällig für Zigaretten, Alkohol und andere Drogen als Kinder aus "Streitfamilien". Zu diesem Ergebnis gelangen Jürgen Zinnecker und Catarina Eickhoff in ihrer Studie "Familien-Umwelten im Spiegel der Kommunikation zwischen Eltern und ihren Kindern".
Im Rahmen einer Fragebogenerhebung wurden 840 Siebenklässler zwischen 12 und 16 Jahren befragt und die Kommunikation innerhalb der Familien mittels Videoaufzeichnung untersucht. Abschließend folgten noch qualitative Interviews. Kinder aus "Streitfamilien" neigen nach dieser Studie eher dazu, sich mit Gleichaltrigen zu streiten, depressiv verstimmt zu sein und sie lassen sich leichter zu kleineren Alltagsverfehlungen hinreißen. "Partnerfamilien" zeichnen sich vor allem dadurch aus, daß die Umgangsformen heiterer und gelöster sind. Bei Konfliktfamilien wird weniger versucht, eine gemeinsame Lösung bei strittigen Themen zu finden.
Es sind sechs Eigenschaften, die partnerschaftliche Familien von Streitfamilien unterscheiden:
Die Autoren betonen die Bedeutung der Aufklärungsarbeit mit den Eltern. Sie schlagen insbesondere vor, den Eltern Handlungsanleitungen zur Verbesserung der Kommunikation zur Verfügung zu stellen und gegebenenfalls ein speziell auf Kinder abgestimmtes Kommunikationstraining durchzuführen. Darüber hinaus halten es die Wissenschaftler für sinnvoll, auch den Freundeskreis der Kinder mit in die Präventionsarbeit einzubeziehen.
Quelle: Schutz oder Risiko? Familienumwelten im Spiegel der Kommunikation zwischen Eltern und ihren Kindern; Eickhoff, C. u. J. Zinnecker, Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, Forschung und Praxis der Gesundheitsförderung Band 11. Köln. 2000