Ein Konzept zur schulischen Suchtprävention" In dieser Broschüre der Niedersächsischen Landesstelle gegen die Suchtgefahren wird über einen Ansatz zur Tabakprävention informiert, der darauf abzielt, eine rauchfreie Schule zu verwirklichen. Diese wird als Fernziel eines umfangreichen Prozesses verstanden, in den sowohl die Lehrkräfte als auch die Schüler und deren Eltern mit einbezogen werden sollten. Das Konzept wurde bereits modellhaft erprobt.
Es sieht vor, nicht auf Einzelaktionen zu setzen, sondern sich an einem langfristigen Gesamtkonzept zu orientieren, das auf die jeweiligen Verhältnisse vor Ort angepasst ist. Dabei werden insbesondere auch strukturelle Bedingungen, die möglicherweise suchtfördernd wirken können (z.B. das Schulklima, die räumlichen Gegebenheiten sowie eine zu starke Ausrichtung an Leistungen und Noten) auszumachen und ggf. zu verändern mit in die Überlegungen einbezogen. Um an Informationen sowohl über die strukturelle Situation als auch das Konsumverhalten an der jeweiligen Schule zu gelangen, wird das Projekt mit einer Umfrage begonnenen. Ein Arbeitskreis eingerichtet, der aus Lehrkräften, Schülern und Eltern besteht begleitet den Prozess.
Um das Nichtrauchen zu fördern, wird auf die unterschiedlichen beteiligten Gruppen unterschiedlich eingegangen. So sind auch Angebote für die (rauchenden) Lehrer in Form von Rauchentwöhnungskursen sowie Fortbildungen zu einem gesundheitsbewussteren Leben Bestandteil des Konzeptes. Die Lehrenden werden unterstützt in ihrer Rolle als Vermittler präventiver Botschaften. So können sie etwa erlernte Entspannungstechniken sowohl im Kollegium als auch in den Klassen vermitteln. Die Verbesserung des Klassenklimas, das Angebot von Sport- bzw. Freizeitangeboten in den Freistunden gehört mit zum Angebot. Die Eltern werden gesondert unterstützt , damit es ihnen besser gelingt selbst präventive Inhalte an ihre Kinder weiterzugeben. Die hierzu notwendigen Kompetenzen werden im Rahmen von Elternabenden bzw. -seminaren vermittelt .
Die pädagogischen Konzepte für die Schülerinnen und Schüler beruhen auf Information, Diskussion und Reflexion. Spezifische alters- und geschlechtsbezogene Schwerpunktsetzungen sind vorgesehen. Schließlich ist von Bedeutung, wie insgesamt mit dem Rauchen an der Schule umgegangen wird. Regelwerk und Sanktionen werden in einem Arbeitskreis ausgehandelt, beschlossen und als verbindlich festgelegt. Gerade in der Sekundarstufe II ist es dann jedoch auch erforderlich, dass auch die Lehrkräfte sich danach richten. Die Umsetzung dieses Konzeptes ist dabei sowohl seitens der Schüler als auch der Lehrer als ein langfristiger Prozess zu sehen, der nur schrittweise fortgeführt werden kann.
Als ergänzende Maßnahmen werden Kurse zur Rauchentwöhnung angeboten und die Einbeziehung von Jugendlichen als Multiplikatoren empfohlen.
Quelle: Niedersächsischen Landesstelle gegen die Suchtgefahren (Hrsg.) (2001): I lost my lung, Bob! Prävention des Tabakkonsums. Ein Konzept zur schulischen Suchtprävention. Hannover.
Autor: Steffen Zdun