von W. Hannöver
Basierend auf dem Programm "Rauchfrei in 10 Schritten - eine Chance für Raucher" der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung wurde ein Nichtrauchertraining im Rahmen einer Projektwoche einer zehnten Realschulklasse durchgeführt und evaluiert. Es standen "acht Sitzungen von 45 Minuten, an vier Tagen" (114) zur Verfügung. Die Teilnehmer setzen sich mit ihrem eigenen Konsumverhalten auseinander, wägen Vor- und Nachteile ab und thematisieren eine Verhaltensänderung. Erfolgreiche Strategien sowie Entspannungsübungen werden vermittelt. Abschließend werden die Jugendlichen darauf vorbereitet, Rückfälle zu akzeptieren und sie lernen, mit diesen umzugehen (114).
Um den Erfolg des Programms zu untersuchen, wurden die Teilnehmer vor und nach der Projektwoche sowohl nach ihrem Konsumverhalten als auch nach ihren Kenntnissen über Entwöhnung befragt. An der Untersuchung nahmen 13 Schülerinnen und Schüler im Alter von 16 Jahren teil, alle waren zu Projektbeginn Raucher. Die Entscheidung zur Teilnahme an der Raucherentwöhnung trafen sie selbst.
Am Ende der Maßnahme hatte keiner der Probanden mit dem Rauchen aufgehört. Allerdings rauchten neun von ihnen anschließend weniger. "Die Reduktion lag zwischen 20% und 75%" (114). Die übrigen Vier wollten an ihrem Konsum nichts ändern. Dennoch war bei allen Befragten eine "sehr geringe Abhängigkeit" (114) festzustellen. Ferner zeigte sich, dass die Jugendlichen ihr Wissen über Entwöhnungsstrategien verbessern konnten.
Aufgrund der wenigen Teilnehmer sind die Ergebnisse nur als Anhaltspunkt zu verstehen und lassen keine Verallgemeinerung zu. Es ist jedoch davon auszugehen, dass Raucherentwöhnung, die auf Abstinenz abzielt, langfristig angelegt zu sein hat, "zumal wenn diese über Reduktion erreicht werden soll" (115).
Autor: Steffen Zdun
Quelle: Hannöver, W. (2002): Konzeption und Evaluation eines Raucherentwöhnungs-programms für Jugendliche während einer Projektwoche an Schulen. In: Sucht, 2, S. 113-116.