08.05.2018

Von der Raucherecke zu Rauchfreien Schule

Seit fast 10 Jahren bietet die Landesinitiative "Leben ohne Qualm" jährlich Seminare zur Unterstützung von Schulleitungen Berufsbildender Schulen an, die sich ein rauchfreies Schulgelände zum Ziel gesetzt haben. Warum, kann man fragen, wenn die Gesetzeslage hierzu eindeutig ist: Das Rauchen im Schulgebäude und auf dem Schulgelände ist untersagt und Schülerinnen und Schülern unter 18 Jahren ist das Rauchen in der Öffentlichkeit nicht gestattet.

Für Berufsbildende Schulen mit bestem Willen nicht so leicht umzusetzen. Erwachsene, rauchende Schüler/innen rauchen häufig direkt vor dem Eingangstor, tabakabhängige Schüler/innen und Lehrkräfte flüchten in abgelegene Winkel des Geländes, rauchende Hausmeister/innen verteidigen ihre Privatheit. Oft führt dies zur bleibenden Regelunsicherheit an den Schulen.

Beim Seminar am 27. April informierten sich Schulleiter/innen und Lehrkräfte aus NRW über die Möglichkeiten, Schüler/innen zum Nichtrauchen zu motivieren und unter schwierigen Bedingungen das Schulgelände rauchfrei zu halten.

Der Referent Gerd Rakete entwickelte begleitend zur Einführung der Rauchverbote Konzepte zur Rauchfreien Schule und zu Rauchfreien Berufskollegs. Damit sammelte er Erfahrungen im gesamten Bundesgebiet. Er vermittelte den Seminarteilnehmer/innen wichtige Hintergrundinformationen zum Thema Tabak und zu anderen Rauchprodukten wie Shisha und E-Zigarette sowie zur Abhängigkeitsentwicklung.

Den Schwerpunkt des Seminars bildete die schulische Tabakprävention, die Regelwerke und Befugnisse (strukturelle Ebene) sowie die Angebote für Schulklassen zur Aufklärung und Entwöhnung (personenbezogene Ebene).

Verschiedene Probleme bei der Umsetzung der Rauchfreiheit wurden im Seminar dingfest gemacht: Deutlich wurde, dass eine Schulleitung, die selber raucht, den Umsetzungsprozess ebenso behindern kann wie ein rauchender Hausmeister. Schulen, an denen zudem mit Drogen gehandelt wird, brauchen besondere Unterstützung. Die im Seminar empfohlene Zusammenarbeit der Schule mit dem Ordnungsamt und der Polizei gelingt jedoch oft nicht so, wie von den Schulen erhofft. Zur Umsetzung der Rauchfreien Schule bedarf es Durchhaltevermögen und Teamgeist – so Gerd Rakete.

Bei Abschluss des Seminars äußerten sich die Teilnehmer/innen zufrieden und motiviert. Gelobt wurden sowohl Kompetenz und Fachkenntnis des Referenten und die gut strukturierten Handlungsmöglichkeiten als auch der kollegiale Austausch, das offene Gesprächsklima und das umfangreiche Infomaterial.

Berufsbildenden Schulen, die sich nachdrücklich dem Thema zuwenden wollen, empfiehlt die Landesinitiative einen "Pädagogischen Tag", der auf Wunsch von dem Psychologen und Dozenten Gerd Rakete begleitet wird.

Eine weitere Veranstaltung ist für Anfang 2019 geplant.