5 Schritte


Orientieren: “Wo stehen wir?“ nach oben

Konkret:

Die Bestandsaufnahme (LoQ-Fragebogen zur Selbsteinschätzung) ist Grundlage für Ihr Konzept und umfasst Fragen zu

  • Engagement der Beteiligten an der Entwicklung der rauchfreien Einrichtung
  • Strategien im Umgang mit dem Rauchen
  • Möglichkeiten, das Rauchverhalten ihrer Bewohnerinnen und Bewohner sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu beeinflussen
  • Qualifikationen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
  • Wohnumfeld-Gestaltungen
  • Vernetzung der Gesundheitsförderung
  • Qualitätssicherung und
  • Zertifizierung.

Der Fragebogen steht zum Download bereit unter: Download/Fragebogen.pdf

Um die geeigneten Maßnahmen für Ihre Einrichtung auf den Weg zu bringen, empfiehlt es sich, mit einer Bestandsaufnahme zu beginnen.

Starten Sie mit dem Fragebogen zur Selbsteinschätzung Ihrer Einrichtung („LoQ-Fragebogen"). Schon die bewusste Beschäftigung mit diesen Fragen kann bei den befragten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Impulse zur Veränderungsbereitschaft setzen. Die Auswertung der Fragebögen führt zu einer Bestandsaufnahme der Situation Ihrer Einrichtung.

Die Bestandsaufnahme zeigt, welche Maßnahmen bereits durchgeführt werden, ob und welcher Veränderungsbedarf besteht. Sie gibt Aufschluss über das Engagement der Beteiligten, an der Entwicklung der rauchfreien Einrichtung mitzuwirken. Sie zeigt auch, wo es Konflikte gibt, die eine Veränderung behindern.

Der Fragebogen zur Selbsteinschätzung kann regelmäßig (z. B. jährlich wiederholt) eingesetzt werden und den Erfolg der Maßnahmen belegen. Er kann ebenso als Instrument der Qualitätsentwicklung dienen (siehe „Sichern“).


Entscheiden: Die Einrichtungsleitung ist gefragt nach oben

Konkret:

Einrichtungsleitung

  • entscheidet über den Umfang der personellen und sachlichen Ressourcen für Umsetzung
  • benennt Verantwortliche (Person/Projektgruppe) für weiteres Vorgehen
  • gibt Auftrag: Einbeziehung von Tabakpräventions-Maßnahmen in Qualitätsentwicklung (nach §78a ff. SGB VIII, Vorlage für Qualitätszirkel erstellen).

Eine Vorlage für den Qualitätszirkel steht zum Download bereit unter Download/VorlageQualitaet.pdf

Nach Auswertung der „Bestandsaufnahme" liegt es in der Entscheidung der jeweiligen Einrichtungsleitung, die Förderung des Nichtrauchens mit weitergehenden Maßnahmen zu forcieren. Klar ist aber auch: gelingen können die Aktivitäten nur, wenn sie vom Team mitgetragen werden.

 

Auf der Grundlage der Bestandsaufnahme kann beschlossen werden, welche Maßnahmen im Detail umgesetzt werden.
Die Einrichtungsleitung ist aufgefordert, zu entscheiden

  • ob und welche Ressourcen sie bereitstellt
  • wer (Person oder Projektgruppe) die weitere Planung und Umsetzung des Konzeptes vorbereitet
  • die Tabakprävention in die Qualitätsentwicklung der Einrichtung mit einzubeziehen.

Planen: Ein ausgewogenes Konzept erstellen nach oben

Konkret:

Planungen von verhältnisbezogenen Maßnahmen wie

  • Einbindung der Tabakprävention in 
    • Leitbild/pädagogischen Auftrag
    • Leistungsbeschreibung
    • Qualitätsentwicklung
    • Hilfe- und Erziehungsplan der Einrichtung
  • Aufnahme von Vorgaben zum Nichtrauchen in bestehende Hausregeln
  • Sanktions- und Belohnungssysteme
  • Kommunikation der Regeln (Aushänge, Anschreiben, persönliche Gespräche etc.).

Planung von verhaltensbezogenen Maßnahmen wie

Angebote für Jugendliche
  • Projekte, Workshops (Planspiele u. a., HipHop)
  • Aktionen/Aktions-Tage (z. B. Weltnichtrauchertag)
  • motivierende Gespräche mit noch rauchenden Jugendlichen
  • Tabakentwöhnungsangebote (internetgestützt und/oder kursorientiert)
Angebote für Mitarbeitende
  • Fortbildung
    • „Methoden zur Tabakprävention“
    • „Motivierende Gesprächsführung für tabakkonsumierende Jugendliche (MOVE)“
    • „Tabakentwöhnung für Jugendliche („Just4U“ u.a.)“ ƒƒ
  • Sport- und Entspannungsmöglichkeiten (Lauftreffs, Autogenes Training u.a.).

Weitere Infos zu einzelnen Maßnahmen finden Sie unter www.loq.de/Jugendhilfe

Einzelne Maßnahmen können ein Anfang sein. Um aber eine nachhaltige Wirksamkeit Ihrer Aktivitäten zu erreichen, ist es empfehlenswert, ein Konzept anzustreben, das mehrere Maßnahmen sinnvoll aufeinander abstimmt.

 

Ein ausgewogenes Konzept sollte verhältnisbezogene und verhaltensbezogene Maßnahmen enthalten.

Aufgabe einer Projektgruppe sollte es sein, ein ausgewogenes, zur Einrichtung passendes Gesamtkonzept zur Tabakprävention zu entwickeln und mit allen Beteiligten in der Einrichtung umzusetzen.

 

Eine Einrichtung hat z. B. wesentliche Elemente in ihrem Konzept verankert wenn sie:

Verhältnisbezogen
  • die „Tabakprävention" eingebunden hat in die Qualitätsentwicklung und Gesundheitsförderung
  • Regeln für die Rauchfreiheit deutlich kommuniziert, Verstöße gegen die Regeln thematisiert
    und Konsequenzen umsetzt
Verhaltensbezogen
  • regelmäßig Projekte und Aktionen zum Nichtrauchen durchführt
  • rauchende Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter über Ausstiegshilfen informiert und Jugendlichen Ausstiegsangebote macht.

Handeln: Gemeinsam tun, was man sich vorgenommen hat nach oben

Konkret:

Umsetzung von verhältnisbezogenen Maßnahmen

  • schriftliche Regeln im Umgang mit dem Rauchen für alle (im Gebäude und auf dem Gelände)
  • (phantasievolle) Hinweisschilder zum Rauchverbot und Nichtrauchen („Hier bitte nicht…“; „Dank fürs Nichtrauchen“)
  • Einbindung von Konsequenzen in (abgestuften) Regelkatalog
  • Verstärkungen und Gratifikationen für das Nichtrauchen.

Umsetzung von verhaltensbezogenen Maßnahmen

für Jugendliche
  • Thema „Rauchen“ einpassen in Hilfeplan
  • Jugendgerechte Angebote zum Rauchstopp
  • aktivierende Angebote für Raucherinnen und Raucher (z. B. Fitness- und Lauftreffs)
  • Belohnungssysteme (Kinokar ten für Einhaltung der Rauchregeln, Verleihung von Urkunden für gelungenen Rauchstopp, Hip- Hop-Workshop…)
  • attraktive Angebote für Nichtraucherinnen und Nichtraucher („Nichtraucher/-innen-Clubs“)
  • Gespräche.
für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Angebote zum kontrollierten Rauchen für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

  • Entwöhnungsangebote
  • Entspannungsmöglichkeiten
  • motivierende Mitarbeiterinnen- und Mitarbeiter-Gespräche
  • Aktivangebote für Raucherinnen und Raucher (Walk-/Lauftreffs).

Weitere Infos zu einzelnen Maßnahmen finden Sie unter www.loq.de/Jugendhilfe

Es gibt keine Patentlösungen. Maßnahmen müssen an die Spezifik der jeweiligen Einrichtung angepasst werden. So ist für manche Einrichtungen ein Fest oder Aktionstag ein guter Weg, um den Start in die Rauchfreiheit offiziell zu kommunizieren. Andere Einrichtungen konzentrieren sich auf neue Einzelmaßnahmen oder Projekte. Erfahrungen zeigen, dass der Weg zur Rauchfreiheit umso besser gelingt, je mehr das gesamte Team hinter den neuen Aktivitäten steht.


Sichern: Den Erfolg zur Regel machen nach oben

Konkret:

Qualitätssicherung
Regelmäßige Wiederholungsbefragung
(jährlich)

(LoQ-)Fragebogen zur Selbsteinschätzung:
Download/Fragebogen.pdf

 

Symbolisierung des Erfolgs
Zertifizierung durch Rauchfrei+
Fragebogen unter:
Download/FragebogenDnrfk.pdf

Zertifizierungs-Bericht unter:
Download/Zertifizierungsbericht.pdf

Infos unter:
www.dnrfk.de

Damit die initiierten Maßnahmen und auch die Erfolge nachhaltig wirken, ist es wichtig, das Bewusstsein für ein gesundes, rauchfreies Leben wach zu halten. Deshalb sollten Programme und Projekte zum Nichtrauchen fester Bestandteil des Einrichtungs-Alltages sein. Auf Dauer bedarf es einer konsequenten Haltung aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zur Rauchfreiheit.

Gestützt durch ein tragfähiges Netz von Kooperationen zum Schutz der Gesundheit von Kindern und Jugendlichen, wird es folglich bald selbstverständlich sein, dass in Ihrer Einrichtung nicht geraucht wird.

Der „LoQ-Fragebogen zur Selbsteinschätzung“ lässt sich über die Bestandsaufnahme hinaus auch zur Erfolgskontrolle nutzen. Eine regelmäßige (z. B. jährliche) Wiederholungsbefragung zeigt den Entwicklungsprozess auf und kann belegen, dass sich die Einrichtung auf dem richtigen Weg befindet.

Mit einem Zertifikat können Sie Ihren Erfolg nach außen sichtbar machen. Das „Deutsche Netz rauchfreier Krankenhäuser und Gesundheitseinrichtungen (DNRKG)“ bietet auch Jugendhilfeeinrichtungen die Möglichkeit einer Mitgliedschaft und damit der Teilnahme an einer stufenweisen Zertifizierung.

zertifikat SchleifeMitglieder im DNRKG können Zertifikate in Bronze, Silber und Gold erwerben. Grundlage für die Überprüfung des Umsetzungsstandes bildet auch hier ein Fragebogen zur Selbsteinschätzung.

 

 

Sollte es dennoch Rückschritte geben, ist es ratsam, die Planung zu überdenken und das Handeln anzupassen. Bei Bedarf kann die Unterstützung von Fachkräften angefragt werden. Rückschritte können zum Prozess gehören und sollten nicht entmutigen!

Einrichtungen, die ihre Aktivitäten zur Tabakprävention in ein weiterreichendes Konzept zur Gesundheitsförderung einbinden, bezeugen, dass ihnen die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen ein besonderes Anliegen ist. Wird dieses besondere Engagement als Qualität nach außen signalisiert, kann es dazu beitragen, das Image der Einrichtung positiv zu stärken.