Die Drogenaffinität Jugendlicher in der Bundesrepublik Deutschland

Zwischen November 2000 und Januar 2001 führte die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung ihre mittlerweile neunte Repräsentativerhebung zur Drogenaffinität Jugendlicher und junger Erwachsener in der Bundesrepublik Deutschland durch. Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass ein Großteil der jungen Menschen Erfahrung mit Drogen hat. So hatten 92% der Befragten schon einmal Alkohol konsumiert, 69% geraucht und 27% illegale Drogen probiert. Trotz dieser hohen Prävalenzwerte ist der regelmäßige Konsum jedoch rückläufig.

Im Rahmen von computergestützten Telefoninterviews (CATI) wurden insgesamt 3000 Jugendliche und junge Erwachsene im Alter zwischen 12 und 25 Jahren) befragt. Ziel der Untersuchung war es, Hinweise auf den Konsum, die Konsummotive und die situativen Bedingungen des Gebrauchs von legalen und illegalen Drogen zu erlangen und herauszufinden, welche Einflussfaktoren das Konsumverhalten fördern oder verhindern.

Erfahrungen mit Alkohol hatten nahezu alle Jugendliche. Lediglich 8% der Befragten gaben an, dass sie noch nie Alkohol getrunken hätten. Insgesamt ist der Alkoholkonsum westdeutscher Jugendlicher in den letzten zwanzig Jahren rückläufig.
Getrübt wird diese positive Entwicklung durch den Umstand, dass beim riskanten Trinkverhalten ein umgekehrter Trend besteht: So gaben in 2001 21% der befragten Jugendlichen an, schon sechsmal oder häufiger einen Alkoholrausch gehabt zu haben. Dies war der höchste Wert seit 1973. 1997 betrug der entsprechende Anteil 14%.

Rauchen wird unter Jugendlichen immer unpopulärer. Betrug die Raucherquote 1973 in Westdeutschland noch 58%, rauchten im Jahr 2001 nur noch 36% der Befragten (38% Gesamtdeutschland). Bedenklich stimmt die Entwicklung bei den jüngeren Altersgruppen. Rauchten 1993 21% der 12- bis 17jährigen,so waren es acht Jahre später schon 27%.

Der Anteil der 12- bis 25jährigen, die bereits mit illegalen Drogen experimentiert hatten, ist zwischen 1997 und 2001 um vier Prozentpunkte von 23% auf 27% gestiegen.

  • 26% der Befragten hatten schon einmal Cannabis,
  • 4% Ecstasy,
  • 3% Amphetamine und
  • 2% Kokain bzw. LSD

konsumiert.

13% der Befragten hatten in den letzten 12 Monaten illegale Drogen genommen, 5% gaben zum Befragungszeitpunkt an, dass sie aktuell illegale Drogen konsumieren würden. Dies bedeutete im Vergleich zu 1997 einen Rückgang um 5%.
Die Bereitschaft zu einem Probierkonsum von Haschisch ist dagegen deutlich gestiegen: Konnten es sich 1989 lediglich 18% der westdeutschen Befragten vorstellen, Haschisch einmal zu versuchen, waren es 2001 45%. Bei der Droge Ecstasy stieg der entsprechende Wert von 2% in 1989 auf 12% im Jahr 2001. Lediglich 3% der Probanden, die das erste Angebot illegaler Drogen abgelehnt hatten, taten dies aus Angst vor den Strafverfolgungsbehörden.


Quelle: Die Drogenaffinität Jugendlicher in der Bundesrepublik Deutschland 2001. Hrsg.: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, Köln 2001.