Elterneinfluss auf das Rauchverhalten

"Does Parental Disapproval of Smoking Prevent Adolescents From Becoming Established Smokers?"

von James D. Sargent und Madeline Dalton

Ziel dieser Studie war es, neue Erkenntnisse über den elterlichen Einfluss auf das Rauchverhalten Heranwachsender zu sammeln. Die tragende Hypothese war, dass eine starke Ablehnung seitens der Eltern gegenüber einem Tabakkonsum ihrer Kinder die Jugendlichen eher vom Rauchen abhält.

Um dies zu überprüfen, wurden im Zeitraum von 1996 bis 1998 zu drei Messpunkten Daten von Schülern mittels eines Fragebogens erhoben. Beteiligt an dieser Untersuchung waren Viert- bis Elftklässler dreier Schulen aus den ländlichen Gebieten des US-Bundesstaates Vermont. Die Stichprobe bestand bei der ersten Welle aus 805, bei der zweiten aus 827 und schließlich bei der dritten aus 769 Schülern. 77% derer, die bei der ersten Erhebung ihren Bogen komplett ausfüllten, taten dies auch bei den beiden folgenden Befragungen.

Anhand der Auswertungen wurden signifikante Einflüsse der elterlichen Ablehnung auf den Tabakkonsum der Jugendlichen deutlich. Denn die Heranwachsenden lehnten das Rauchen gerade dann stärker ab, wenn beide Elternteile dagegen waren. Von Bedeutung war dabei, ob die Eltern in ihrem Urteil mit der Zeit milder wurden. So waren anhaltende Effekte eher in den Fällen zu beobachten, in denen die Eltern ihren Kindern kontinuierlich zu verstehen gaben, dass sie gegen deren Rauchen sind. Das zeigte sich sogar bei den Eltern, die selbst rauchten. Des weiteren wurde der Einfluss der elterlichen Ablehnung nur in geringem Maße durch andere Faktoren (wie das Rauchverhalten des Freundeskreises oder der Geschwister) beeinträchtigt.

Die Autoren machen allerdings auch darauf aufmerksam, dass ihre Ergebnisse nur bedingt verallgemeinerbar sind. So ist etwa ihre Stichprobe zum einen auf den ländlichen Raum, zum anderen auf die "weiße" Bevölkerung beschränkt. Zudem wurden nur die Jugendlichen befragt und nicht die Eltern, weshalb sich deren Ablehnung nur aus den Einschätzungen der Heranwachsenden ergab. Darüber hinaus beruhen die Angaben zum Tabakkonsum der Jugendlichen ausschließlich auf deren eigenen Aussagen, welche nicht zwangsläufig stimmen müssen.

Festzuhalten bleibt, dass durchaus eine Einflussnahme der Eltern auf das Rauchverhalten ihrer Kinder erkannt wurde, die es weiter zu erforschen gilt. Im Blickpunkt haben dabei gerade die anhaltenden Effekte zu stehen, die von einer kontinuierlichen Einstellung der Eltern (gegen das Rauchen ihrer Kinder) ausgehen. Um diese jedoch den Jugendlichen auch näherzubringen, sind den Eltern diesbezüglich kommunikative Fähigkeiten zu vermitteln.

Autor: Stefan Zdun

Quelle: Pediatrics Vol. 108 No. 6 December 2001, S. 1256-1262