Ergebnisse der Drogenaffinitätsstudie: Rauchen

Trends zu einem geringeren Konsum

Im Rahmen dieser Studie wurden zwischen Januar und Februar 2004 im Rahmen computergestützter Telefoninterviews ca. 3000 12- bis 25 Jährige befragt. Demnach ist in den letzten Jahren der Tabakkonsum Jugendlicher gesunken. Der Anteil der Nieraucher lag in der Studie von 2001 noch bei 31%. In der aktuellen Studie geben 34% der Befragten an, noch nie geraucht zu haben, wobei der Nieraucher-Anteil bei den Frauen etwas höher liegt. Als ständige oder gelegentliche Raucher bezeichneten sich 1979 noch 44% der 12-25jährigen, 2004 trifft dies auf 35% zu. Seit dem Jahr 1997 ist hier ein kontinuierlicher Rückgang zu beobachten. Stärksten Änderungen war der Tabakkonsum der 12-17jährigen unterworfen, bei denen die Raucherquote 2001 28%, aktuell 23% beträgt.

Zum Befragungszeitpunkt bezeichneten sich 35% aller Jugendlichen und jungen Erwachsenen als Raucher, wovon 21% ständig, 14% gelegentlich rauchen. Zu den starken Rauchern mit einem Konsum von mehr als 20 Zigaretten pro Tag zählen sich 4% der Stichprobe. Allerdings ist der Anteil starker Raucher insgesamt zurückgegangen. Im Jahr 1993 bezeichneten sich noch 34% aller jugendlichen Raucher als starke Raucher. Bei der aktuellen Befragung geben nur noch 12% dieses Konsummuster als für sie zutreffend an. Das durchschnittliche Alter beim Konsum der ersten Zigarette liegt bei 13,6 Jahren. Damit kann seit 1993 nur eine geringe Variation des Einstiegsalters festgestellt werden. Weibliche und männliche Jugendliche unterschieden sich hier nicht.

Die überwiegende Mehrheit der 12-25jährigen aktuellen Nichtraucher (86%) will auf absehbare Zeit auch Nichtraucher bleiben. Hingegen möchte ein großer Anteil der jugendlichen Raucher (64%) in den nächsten Monaten das Rauchen aufgeben. Am größten ist die Aufhörbereitschaft bei den 12-15jährigen. Und: Junge Männer haben eher die Absicht aufzuhören (31%) als ihre Altersgenossinnen (27%).

Fast drei Viertel aller Raucher geben an, ein oder mehrmals versucht zu haben, abstinent zu werden. Damit haben die Aufhörversuche seit 2001, als diese Quote bei 61% lag, deutlich zugenommen. Diese Zunahme deuten die Autoren zum einen als Bereitschaft das Rauchen zu beenden, zum anderen lesen sie daraus immense Schwierigkeiten der Jugendlichen ab, ihr Verhalten wirklich zu ändern.

Im Gegensatz zum Alkoholkonsum finden sich beim Rauchverhalten Variationen nach Schultyp, wobei der Anteil der Raucher in der Sekundarstufe I bei Haupt- und Realschülern 7% über dem in Gymnasien liegt. Sowohl für den Einstieg in den Tabakkonsum als auch für dessen Beendigung spielt es eine große Rolle, ob und wie viel Personen in der Familie oder im Freundeskreis rauchen. Die Studie belegt allerdings nicht, dass man durch normativen Druck zum Rauchen gedrängt wird. Für die Mehrheit der Befragten ist das Nichtrauchen die soziale Norm und das angestrebte Verhalten. 84% aller befragten Nichtraucher geben an, dass ihre Freunde es bedauern würden, wenn sie mit dem Rauchen beginnen würden. Von den rauchenden Jugendlichen sagen 87%, dass ihre Freunde es gut fänden, wenn man aufhören würde, zu rauchen.

Autorin: Anja Meurer

Quelle: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (2004) Die Drogenaffinität Jugendlicher in der Bundesrepublik Deutschland 2004. Teilband Rauchen. Köln 2004