Mehr Maßnahmen durch höhere Alkohol- und Tabaksteuer

Umfassendes Präventionskonzept vom Beske-Institut vorgelegt

Dass in Deutschland zahlreiche Aktivitäten zur Gesundheitsförderung verschiedener Zielgruppen durchgeführt werden, wird niemand bestreiten, doch fehlt es sowohl an einem umfassenden Konzept als auch an Fördermitteln. Fritz Beske, Leiter des gleichnamigen Instituts für Gesundheits-System-Forschung in Kiel, hat nun ein solches Konzept vorgelegt und konkrete Vorschläge zur Umsetzung und Finanzierung erarbeitet. Prävention wird hier als gesamtgesellschaftliche Aufgabe betrachtet, die zahlreiche Erkrankungen verhindern kann und damit einen Wert an sich darstellt. Dass Prävention Kosten einspart, sollte demnach - abgesehen von den methodischen Schwierigkeiten eines solchen Nachweises - nicht einziges Argument für präventive Maßnahmen sein. Angesichts eines steigenden Alkohol- und Tabakkonsums und eines sinkenden Einstiegsalters hält Beske es für verantwortungslos, nicht mit allen verfügbaren Mitteln gegen diese Entwicklungen anzugehen.

Um mehr Gelder für vorbeugende Maßnahmen einsetzen zu können, fordert Beske eine Anhebung der Alkoholsteuer um 70% und der Tabaksteuer um 100%. Es handelt sich hier um eine Erhöhung von 70 bzw. 100% der Steuern, nicht des Verbraucherpreises. Dies würde z.B. bedeuten, dass der Preis für eine Schachtel Zigaretten von 3,00 Euro auf 4,39 Euro ansteigt. Von den dadurch anfallenden steuerlichen Mehreinnahmen von 9 Milliarden Euro würde der Autor 8 Milliarden in die finanzielle Entlastung der Krankenkassen und 1 Milliarde in die Förderung der Prävention fließen lassen. Nach dem Motto "das Bestehende stärken" sollten Gesundheitsämter, Landesvereinigungen für Gesundheitsförderung, die Bundesvereinigung für Gesundheit, die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, die Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen und der Deutsche Sportbund mehr Gelder für die Umsetzung präventiver Maßnahmen erhalten. Beske schlägt eine dezentrale Organisation der Prävention vor, in der die Rolle der Gesundheitsämter, die die Koordination von Angeboten und die Kooperation mit anderen Institutionen übernehmen sollte, gestärkt wird.

Die kassenärztliche Bundesvereinigung, der AOK-Bundesverband und der Ersatzkassenverband unterstützen Beskes Forderungen nach höheren Steuerabgaben auf Tabak und Alkohol. So hat erst kürzlich eine Studie der Weltbank gezeigt, dass die Tabaksteuererhöhung die wirksamste Maßnahme darstellt, Kinder vom Rauchen abzuhalten.

Weitere Informationen zu Beskes Konzept unter www.igsf.de.

Autorin: Anja Meurer