Rauchen und Schlaganfall

Amerikanische und deutsche Wissenschaftler haben im Rahmen der "Physicians' Health Study" den Gesundheitszustand von 22.022 männlichen Ärzten in den USA über einen Zeitraum von knapp 18 Jahren ausgewertet. Sie kommen zu dem Ergebnis, dass ein direkter Zusammenhang zwischen Rauchen und Hirnblutungen, der zweithäufigsten Form des Schlaganfalles, besteht.

Dass Raucher eher einen Schlaganfall erleiden können als Nichtraucher, ist hinreichend bekannt. In den meisten Fällen wird der Schlaganfall durch einen Hirninfarkt ausgelöst. In diesem Kontext hat ein amerikanisch-deutsches Forschungsteam untersucht, welche weiteren neurologischen Folgen ein übermäßiger Tabakkonsum haben kann.

An der vorliegenden Kohortenstudie nahmen in einem Zeitraum von 17,8 Jahren 22.022 männliche Ärzte im Alter zwischen 40 und 84 Jahren teil. Die Probanden wurden mittels eines schriftlichen Fragebogens u.a. zu demographischen Daten, Gesundheitszustand, Lebensstil, Alkohol- und Tabakkonsum befragt. Im ersten Jahr der Untersuchung wurden die Daten an zwei Messzeitpunkten erhoben, danach fand die Befragung jeweils einmal im Jahr statt. Hinsichtlich ihres Tabakkonsums wurden die Probanden in Nie- (49,6%) und Nichtraucher (39,4%) unterteilt. In der Gruppe der Raucher wurde zwischen Konsumenten mit einem Konsum von bis zu 20 Zigaretten pro Tag (3,9%) und mit einem Konsum von über 20 Zigaretten pro Tag (7,1%) unterschieden.

Die Datenauswertung bestätigte, "dass 15 bis 20 Prozent aller Schlaganfälle durch Hirnblutungen ausgelöst [werden]. In den meisten Fällen trete die Blutung im Hirngewebe auf, bisweilen aber auch in dem Raum zwischen Hirnoberfläche und Schädel" (Reising 2003, 2, S. 21). Darüber hinaus zeigen die Ergebnisse, dass die Ärzte, die bis zu einer Schachtel am Tag rauchten, ein um 60 Prozent erhöhtes Risiko aufwiesen, eine Hirnblutung zu erleiden. Bei Rauchern mit mehr als einer Schachtel pro Tag erhöhte sich das Risiko auf das 2,1fache. Darüber hinaus konnte festgestellt werden, "dass die Gefahr des Rauchens für eine so genannte Subarachnoidalblutung, dass heißt die Blutung im Raum zwischen Hirnoberfläche und Schädel, mit einer 3,6fachen Erhöhung des Risikos sogar noch deutlich ausgeprägter ist als für die Blutungen in das Hirngewebe" (ebd. S.21).

Zudem verdeutlicht die Studie, dass sowohl Nie- als auch Nichtraucher ein geringeres Risiko haben, einen Schlaganfall zu erleiden. Die Forscher räumen allerdings ein, dass weiterhin ungeklärt bleibt, in welchem Zeitraum sich das Schlaganfall-Risiko nach einem Tabakverzicht reduziert.

Autorin: Natalie Scherer

Quellen: Kurth, T. et al. (2003): Smoking and the Risk of Hemorrhagic Stroke in Men, in: Stroke, 34, May 2003, S. 1-5. Reising, J. (2003): Rauchen und Schlaganfall. Mit jeder Zigarette steigt das Risiko. In: Konturen, 2, S. 21.