Schadensbegrenzung durch Reduzierung des Zigarettenkonsums

Die Arbeit von John R. Hughes beschäftigt sich mit verschiedenen Studien zur Schadensminimierung bei Rauchern durch eine Verringerung des Zigarettenkonsums. Er kommt zu dem Schluss, dass es möglich ist, den Zigarettenkonsum von Rauchern signifikant und für längere Zeit zu senken. Auch fördert die Senkung des täglichen Zigarettenkonsums bei den Konsumenten die Bereitschaft, das Rauchen gänzlich aufzugeben. Ob ein reduzierter Tabakkonsum jedoch die Risiken des Rauchens deutlich herabsetzt, müsste in weiteren Studien untersucht werden.

Bei den Untersuchungen standen drei Fragen im Zentrum des Interesses:

  1. Wie viele Raucher können ihren Konsum reduzieren bzw. ihre modifizierten Rauchgewohnheiten beibehalten?
  2. Minimiert eine Senkung des täglichen Zigarettenkonsums die Risiken des Rauchens?
  3. Verstärkt eine Reduktion des Tabakkonsums die Motivation das Rauchen gänzlich aufzugeben?

Zu 1: Studien haben gezeigt, dass eine feste Minderheit von Rauchern, die das Rauchen nicht vollständig aufgeben wollte, ihren täglichen Zigarettenkonsum spontan verringern konnte (-7% bis -43%) ohne verhaltenstherapeutisch und/oder mit Nikotinersatz behandelt zu werden. Auch waren diese Raucher in der Lage, ihren verminderten Konsum über längere Zeiträume beizubehalten. Bei den Rauchern, die verhaltenstherapeutisch und/oder mit Nikotinersatz behandelt wurden, kann die Reduktion des Zigarettenkonsums pro Tag noch deutlicher ausfallen (-15% bis -63%).

Zu 2: Die Senkung des Giftstoffgehalts war nicht ganz so stark ausgeprägt, aber sicher festzustellen (-21% bis -35%). Drei längerfristig angelegte Studien haben diese Effekte - bis auf kleinere Einschränkungen - über sechs bis 30 Monate bestätigt.
Nicht eindeutig geklärt werden konnte in den Studien, ob ein verringerter Zigarettenkonsum auch die gesundheitlichen Risiken des Rauchens signifikant senkt. Diese Frage muss in breiter angelegten Studien vertiefend untersucht werden.

Zu 3: Keine der Studien gibt Hinweise darauf, dass eine Reduktion des Zigarettenkonsums die Wahrscheinlichkeit senkt, dass das Rauchen ganz aufgegeben wird. Im Gegenteil: Es zeigte sich, dass die Wahrscheinlichkeit, den Konsum ganz aufzugeben, durch die Verringerung des täglichen Zigarettenkonsums erhöht wird.

Autor: Tobias Kirsten

Quelle: Hughes, J. R. (2000): Reduced smoking: an introduction and review of the evidence. In: Addiction (2000) 95 (Supplement 1), S. 3-7.