"Wie effektiv ist schulische Suchtprävention?"
Lebenskompetenz orientierte Ansätze sind langfristig wirksam

In einer Studie von Harald Petermann und Volkhard Fischer wird über die Effektivität eines schulischen Suchtpräventionsprogramms berichtet, an dem 18 Schulklassen von neun Leipziger Schulen teilgenommen hatten. Die Autoren kommen zu dem Ergebnis, dass ein gezielter suchtpräventiver Unterricht dazu beitragen kann, suchtprotektive Ressourcen (Selbstwertgefühl, soziale Kompetenz etc.) zu erhöhen bzw. die Abstinenzbereitschaft mittel- und langfristig zu steigern.

Beim Design handelt es sich um eine quasi-experimentelle Längsschnittstudie über drei Jahre. Die Untersuchung begann in der 7. Klasse mit 386 Schülern (Ausschöpfungsquote: 91,3%), wobei sich die Experimental- von der Kontrollgruppe dadurch unterschied, dass letztgenannte keinen gezielten suchtpräventiven Unterricht erhielt.

Belegt werden konnten suchtpräventive Auswirkungen des Programms zur Stabilisierung der Abstinenz, insbesondere mittel- und längerfristig, während kurzfristige Effekte ausblieben. Auch zeigte sich bei der Experimentalgruppe kurz- und mittelfristig eine Verbesserung des Selbstwertgefühls und der sozialen Kompetenz, Effekte, die durch eine zweite Intervention stabilisiert werden konnten. Hinzu kommt eine signifikante Wirkung auf die Alkoholdistanz, welche sich in bezug auf Tabak jedoch nicht einstellte.

Quelle: "Wie effektiv ist schulische Suchtprävention? Ergebnisse der Leipziger Präventionsstudie" Petermann, H. u. V. Fischer; In: Leppin, A. u.a. (Hg.), Jugendliche und Alltagsdrogen, Neuwied u.a.O., S. 141ff 2000