Tabakkonsum bei Jugendlichen - Ablehnende Haltung der Eltern wirkt präventiv

von Peter Raschke und Jens Kalke

Eltern unterstützen das Nichtrauchen ihrer Kinder am effektivsten, wenn sie selber nicht rauchen und zudem das Rauchen klar ablehnen. Dies zeigt eine Befragung von 3.400 SchülerInnen aus Deutschland, Belgien, Österreich und Italien. Die SchülerInnen wurden dazu befragt, ob sie selber rauchen, ob die Eltern rauchen und ob die Eltern das Rauchen ihrer Kinder akzeptieren oder ablehnen.

Von den 15- bis 19jährigen Jugendlichen bezeichneten sich 40% als aktuelle RaucherInnen. SchülerInnen, bei denen die Eltern bzw. ein Elternteil Tabak konsumieren, greifen deutlich häufiger zur Zigarette. So rauchen die 17jährigen Befragten bei denen Vater und/oder Mutter ebenfalls rauchen, an durchschnittlich 10 Tagen im Monat, während Jugendliche tabakabstinenter Eltern angeben, an 4 Tagen pro Monat zu rauchen. Wie zu erwarten, ist der Anteil rauchender Jugendlicher bei den Eltern, die das Rauchen akzeptieren deutlich höher als bei den ablehnenden Eltern. So rauchen bei den 16jährigen 61% der Jugendlichen mit akzeptierenden Eltern, aber nur 23% der Jugendlichen, deren Eltern den Tabakkonsum ablehnen.

Sowohl die Vorbildfunktion der Eltern, als auch das normative Signal, dass diese aussenden, verlieren mit zunehmendem Alter der Jugendlichen an Einfluss. Dennoch existieren auch bei den 19jährigen noch deutliche Unterschiede. Was aus den Daten ebenfalls hervorgeht: die Ablehnung des Rauchens durch die Eltern hat einen größeren Einfluss auf den Tabakkonsum der SchülerInnen als die reine Vorbildfunktion. So ist der Anteil rauchender Jugendlicher in der Gruppe der Eltern, die zwar selbst rauchen, den Kindern gegenüber aber ein ablehnendes Signal vermitteln, kleiner, als in der Gruppe der Eltern, die zwar selbst nicht rauchen, aber ihren Kindern vermitteln, dass sie deren Rauchen akzeptieren würden.

Die Autoren, Mitarbeiter des Instituts für Interdisziplinäre Sucht- und Drogenforschung in Hamburg, schließen aus ihren Ergebnissen, dass ein deutlicher Einfluss der Eltern auf den Tabakkonsum der Kinder besteht und eine ablehnende Haltung der Eltern präventive Wirkung entfaltet. Insgesamt ist die Datenlage zum Zusammenhang zwischen elterlichen Verhaltensweisen das Rauchen betreffend und dem Tabakkonsum ihrer Kinder allerdings widersprüchlich.

Autorin: Anja Meurer

Quelle: Raschke, P., Kalke, J. (2005) Haben Eltern Einfluss auf das Rauchverhalten ihrer Kinder? Empirische Befunde aus einer Schülerbefragung. In: Prävention 1 (2005), S. 18-21.